PROvokant? Nur ein (ne’b’ul’öser‘) Begriff - wie hier Schuhe auf dem Tisch

PROvokant? Nur ein (ne’b’ul’öser‘) Begriff

Schade: Gesellschaftlich ‚verkommen‘

und was es mit PROjekten zu tun hat

PROvokant – ein Begriff, der im deutschen Sprachgebrauch gründlich schleichend „ver-negativiert“ wurde. Damit meine ich: negativ aufgeladen. Schade eigentlich. Die höfliche Provokation ist schon seit den bekannten Hochkulturen, die damit brilliant umzugehen wussten, recht gut bekannt. Sie formten damit Geschichte und nicht (nur) deswegen. Ich behaupte, wenn es die Provokation nicht gäbe, hätte es auch keine Entwicklung (Evolution) gegeben. Wir (alle) hätten den Abstieg vom Baum und den Aufstieg zum aufrechten Gang (Kultur und mehr) nicht hin bekommen. Genug der Einleitung … nur 2 Beispiele:

PROgressiv?

Soweit: 2013(!). Die Frage ist PROvokant: Was ist davon heute schon da, was Herr Sieber hier in dem Video sagt? Vor 5 Jahren war es Humor, Fiktion und etwas PROgressiv … es wurde herzhaft gelacht. Heute? Realitäten können sehr schnell und schmerzhaft um die Ecke kommen (und uns überholen …)

©2013 „Wahre Worte von Christoph Sieber“
(© YouTube / Christoph Sieber / 3sat)

PROduziert (1)

Ein Beispiel (ich gestehe meinen Respekt vor der Satire, sei es als Bild oder Text). Es geht um die Aussage, die transportiert wurde, weniger um die Künstler. Aber denen erst recht mein Dank. Mut tut gut. Dinge müssen in der heutigen Zeit benannt werden.

PROvokant

Selbst die Ureinwohner amarikanischer Länder wussten es bereits. Provokant zu sein, also im Sinne eines Themas, einer Aufgabe oder Anforderung, half, in einen konstruktiven Dialog zu kommen. Um sich dabei nicht gleich tot zu schlagen, nutzen sie etwas tolles: Den „Talking Stick„. Kurz: Als Hilfsmittel in den Gesprächsrunden (engl.: Council) ging es nicht um das Sprechen, sondern das „ganz zu Aufmerksamkeit werden“. Dazu später mehr. Diese Technik ist heute ungewöhnlich und wird, mit westlichen Massstäben gemessen, oft als provokant empfunden. Dabei ist es mit den Zielen so einfach:

Primärziel ist: Mit Hilfe des Talking Sticks wurden u.a. (weitreichende) politische und soziale Entscheidungen getroffen. Wenn alle Beteiligten „aus dem Herzen“ sprechen, wenn alles Wesentliche erkannt und gesagt ist, ist auch klar, was wie zu tun ist. Die Entscheidung entsteht sozusagen „aus dem Kreis“ – mit Haltung, Interesse und Respekt.

Nichtziel ist: Rumtürken als Ablenkung zur Täuschung , um einen Vorteil zu erlangen oder diesen durch Manipulation einzuleiten. Das ist unPROduktiver Mist. Steigen Sie ein oder aus? So im ursprünglichen Sinn haben Sie das bestimmt nicht gesehen oder bisher erlebt. So ist es aber. Das ist Kommunikation UM der dessen wegen (brrr) – wird gerne praktiziert, um beschäftigt zu sein. Mir fallen da spontan Palaver, Präsentationen, PPT und auch sogenannte „Püppchenspiele“ ein. Und Ihnen? Wann hatte Sie das letzte mal eine richtig (e) gute Kommunikation, also ohne irgend welches eingewobenes „Zeugs“ – und wo Sie aufmerksam gehört wurden – PROvokant?

PROduziert (2)

Parodie und Persiflage liegen dicht zusammen. Das differenziere ich hier nicht weiter. Die Wikipedia hilft da besser aus. Das 2. Video ist gelungen – ohne viel Worte. Die Handlung, der Rahmen stimmt und hebt die Darsteller, den Spielwitz IM Kontext des Themas und aktueller Entwicklungen nach oben. Das Können wurde hier anschaulich, humor- und eindrucksvoll und etwas provokant umgesetzt. Nicht zuviel, genau richtig. Sehe Sie selbst …

mit Haltung an- Ecken

Das ist das Thema: Die PROvokation ist nur ein Mittel, um die Aufmerksamkeit, möglichst ungeteilt, entweder zu erlangen oder für sich zu nutzen. Diese ist eine PRObate Form des Respekts für sich selbst, seinen Mitmenschen, der Gruppe und dem großen Ganzen. Wir sind wieder bei und im Kontext. Ich wiederhole provokant und mit einem Augenzwinkern, sehr wohl wissend, daß das eine Wunschvorstellung ist. Aber: Wünschen ist ja noch erlaubt.


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