Entscheidung und Irrtümer sind immer (- dabei) … richtige Neugier verbessert Entscheidungen Entscheidungen (verfehlt) treffen?

etablierte Prozesse (aber auch alt)

Produktivität: Bei agilen Transformationen wird eine Steigerung der Produktivität postuliert: vorher, nachher. Wie wird denn die gesteigerte Produktivität honoriert? Wird diese überhaupt honoriert oder merkt es der Dümmste spätestens nach 2-4 Jahren, daß mehr Produktivität nicht automatisch mehr Gehalt bedeutet? Das war`s dann mit der eigenen Motivation.

Festhalten: Warum halten wir an Dingen, Methoden und Management- Firlefanz fest, obwohl wir bereits wissen, dass hiermit zu 80% eine nach innen gerichtete Selbstbefriedigung mit Besitzstandsdünkel zelebriert wird und für die Zukunft toxisch ist?

  • Wieviel Verschwendung ist es, da es bis heute einwandfrei nachgewiesen ist, dass die Kreativität der Mitarbeiter, die kontrolliert werden sollen, um ein vielfaches höher ist, dieser Bevormundung auszuweichen als die eigentlich gewünschte Energie zu nutzen, sich auf die produktive Arbeit zu fokussieren?
  • Wie sinnvoll sind 360° Feedbacks, wem nützen sie (dem Kunden oder dem Feedbackgeber) und bezahlt der (End-) Kunde für derartige Prozessorgien? Ist das nicht ein geschickt verpackter Weg in die totale Konformität?
  • Konformität, Zwang: Wo kommt der beobachtete Zwang her, Menschen, erst recht in Unternehmen, (um-) erziehen zu wollen? Es besteht ein Unterschied zwischen lernen (wollen) und anpassen (müssen). Erziehen basiert auf Neugier Plus Erkenntnis, später in Verbindung mit Werten. Ist die geforderte Konformität die einzige, vergleichbare Messlatte?

Feedback (2): Diese sind nötig, da sie eine Wahrnehmung von aussen (hoffentlich) auf den Punkt bringen. Sie sind das Salz in der Suppe einer jeden Verbesserung. Können Sie sich noch an eine feedbackfähige Reaktion, die 6 Monate zurückliegt, konkret erinnern? Warum werden Feedbacks in Tools und Prozessen formalisiert und nur ein- oder zweimal im Jahr ‚erteilt‘? Wie konkret ist das denn noch überhaupt?

Im Recruting werden, leider bei größeren oder denjenigen, die sich selbst als sehr innovativ glauben, allen modernen Entwicklungen zum Trotz, immer noch aufwändige Bewerbungstools mit unzähligen Datenfeldern benutzt, die der ursprünglich motivierte Proband ausfüllen muss. Tut er das nicht, nicht gut – für den Probanden, und gut für die Personaler. Eine Bewerbung eines guten Kandidaten, die „leider“ wegen Form- oder Prozessfehler zum Glück nicht bearbeitet werden muss. Schade, genau dieser Kandidat hätte mit einer Fähigkeit, die nur im Kontext sichtbar wird, gepasst. Wo ist nun der Prozessfehler? Im Prozess, nicht beim Bewerber.

(gut und gerne) geglaubte Irrtümer

Motivation: Wie sinnvoll ist eine angeordnete (von oben) bzw. erwartete Motivation (von unten), die, genau betrachtet, eine infantile, oft skurrile Entmündigung ohne eigenen Willen darstellt? Fragen Sie mal Mitarbeiter gezielt, was sie motiviert. Die Antworten, sofern diese ehrlich sind, können Sie erschrecken.

Best Practice ist Unsinn: Eine best Practice beschreibt einen Weg, wie eine Aufgabe in einem anderen Unternehmen erfolgreich gelöst wurde. Bitte genau lesen: Anderes Unternehmen, nicht Ihres. Und: gelöst wurde, also Vergangenheit. Wer gibt Ihnen die Gewissheit, das Ihr Unternehmen nicht doch etwas anders ist? Und dazu die Gewissheit, dass sich die Rahmenbedingungen für Ihre Anforderungen (Märkte, Mitarbeiter, Umfelder) etwas bis total anders darstellen? Der König unter den Fehlschlüssen ist die …

Korrelation als Kausalität, auch wenn es sich nicht um einen Fehlschluss im strengen Sinn handelt. Eher liegt bei der Verwechslung von Korrelation und Kausalität ein Deutungsfehler vor. Die Korrelation ist und bleibt eine Wechselbeziehung (eine Art Parallelität), die Kausalität ist und bleibt eine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung oder ‚Aktion‘ und ‚Reaktion‘, betrifft also die Abfolge (Linearität) aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände. Welche Fehlentscheidungen haben Sie schon auf diesen Planungstrugschluss getroffen?

Vertrauen: Von Vertrauen wird um so mehr geredet, wenn es fehlt. Der Irrtum: Seine Erscheinungsweise ist die Nichtexistenz. Man übertreibt nicht, wenn man feststellt: Je mehr über Vertrauen gesprochen wird, desto schlechter ist die Lage. Das Auftauchen von Vertrauen ist ein untrügliches Zeichen der Krise. Wie weit reicht Ihr Vertrauen (in Ihre Mitarbeiter)?
Konformität wird bewertet, Individualität gefordert. Das Verhalten intelligenter Menschen darauf ist: steigender Zynismus. Ein Irrtum im Ansatz: Werden damit zahlende Kunden überzeugt?

Jugendsenilität: Wie Sinnvoll ist das: In der Jugend läuft man auf Kosten der Gesundheit dem Job und dem Geld hinterher (Karriere nach oben), um dann im Alter mit dem Geld einen anderen Job (Shifting) oder der verlorenen Gesundheit hinterher zu rennen. Es braucht (viele) Jahre, um das zu erkennen.

Spiralförmige Karrieren: Und „Downshiftings“ sind (noch) verpönt. Das klassische Bild einer Entwicklung, einer Karriere zeigt nach oben. So ist es gefordert. Ohne zu von aussen zu reflektieren, ob nach innen gerichtet sich dieser Mensch im Laufe seiner (und nicht der) Zeit weiter entwickelt hat. Auf ganz anderen Ebenen, die mit seiner ursprünglichen Karriere nichts oder nur wenig zu tun haben. Diese Entwicklung aber von diesem Menschen forciert wurde, weil sie ihn interessiert und er auf diesen Feldern Zusatzqualifikationen erwirbt, die im Mix einen unschätzbaren Vorteil darstellen. Ein Irrtum, genau das nicht zu hinterfragen – und zu nutzen.

Unternehmenssinn: Was ist bitte genau der Sinn und die Aufgabe des Unternehmens? Antworten wie „Gewinnmaximierung“ oder „Rendite“ verbieten sich von selbst – sie stellen u.a. den Zweck dar – und stellen kein unterscheidbares Kriterium dar. Weshalb wurde das Unternehmen gegründet, was ist der wirkliche Geschäftszweck, der Endkunden einen Nutzen bringt (also der Sinn)?

Disruption: Gibt es dagegen ein Mittel? Jain! Ein erster Ansatz ist, Verantwortung auf die eigenen, zunehmend besser ausgebildeten und kompetenten Mitarbeiter auszulagern. Entscheidungen nicht mehr allein oder im kleinen Leader-Kreis zu treffen, sondern zumindest mit den Experten für einen bestimmten Bereich – und deren Einschätzung ernst zu nehmen. Eine Disruption hat das Management, was nur Steuerung bedeutet, selten im Blick, weil es zu sehr damit beschäftigt sind, Listen zu führen (mussten), Präsentation über Präsentation hielten und in Meetings gesessen sind – mit gesenktem Blick über das eigene Produktsegment. So ist man erfolgreich blind gegenüber Wahrnehmungslöchern. Das ist jetzt überspitzt. Aber Hand aufs Herz: Ist es (nicht nur im Kleinen) wirklich so?

Mein subjektives Fazit

Allen Fragen & Beiträgen soll eins gemeinsam sein: Respekt in der Kommunikation. Und in der Sache, die dann(!) noch weiter optimiert werden kann … denn Entscheidung und Irrtümer liegen dich zusammen.


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