Der agile Knoten - alle aufgelöst? Mit Kommunikation von Kopitzke® gelöst

Agile Methoden – nur welche? Und wann?

Agile Methoden in der Projektsteuerung wie Kanban oder Scrum versprechen effiziente Abläufe, motivierte Mitarbeiter und zufriedene Kunden (es gibt viele Methoden: eine Übersicht ist hier). Und da liegt schon der erste Planungstrugschluss verborgen: Effizient wird zu gerne gleichgesetzt mit schneller und genau das ist es nicht. Die Methoden zeigen erst einmal schneller und effizenter Defekte auf. Der fehlerhafter Einsatz, die oberflächliche Interpretation oder die Bindung an Termine kann zusätzlich gegenteilige Effekte bewirken. Ein Abriss aus der Praxis, der Einblicke und vermeindliche Abgründe in Erfolgsmethoden sowie Risiken bei der Implementierung zeigt.

Scrum, Kanban, oder?

Scrum, Kanban und artverwandte sind gestern und heute sich weiter ausbreitende, agile Methoden, die auch vor der Welt der Agenturen oder IT ferner Wirtschaft nicht haltmachen und Verbreitung finden. Der Grund ist einfach: Den Methoden ist es egal, ob es Software oder eine Marketing-Kampagne ist, die getrieben und realisiert werden soll. Beides sind Projekte, mehr nicht. Sie helfen IT-Aufträge kompakter, sicherer und damit auch flink und erfolgreich abzuwickeln, so das Wunschdenken. Herkömmliches Projektmanagement ist da mitunter zu starr oder komplex. Wir finden auch hier die Iteration, die schon im KVP beschrieben ist. Selbst im KVP, was noch nicht auf Agile abzielt, verbindet sich die Idee zur Lösung. Ein Projekt oder Produkt wird Schritt für Schritt mit einem schlanken und übersichtlichen Team, das sich sich selbst organisiert und interdisziplinär agiert, in Zyklen (Sprints) entwickelt. Der eigentliche und charmante Gedanke ist, einen Auftrag herunter zu brechen, die einzelnen Teile davon zu priorisieren, um diese schlank und geordnet zu halten. Ziel ist, schnell ein lieferfähiges Produkt zu erstellen – und sei es „nur“ eine neue Funktion, hauptsache lieferfähig. Kundenwünsche können somit rasch erfüllt werden. Auch in späten Phasen des Projekts kann das Team und der Verantwortliche noch flexibel auf kommende Veränderungen, die garantiert eintreten, eingehen. Das ist alles soweit richtig – gesehen aus der Wunschecke.

Vision Driven Development

Im herkömmlichen Projektmanagement wird eine Planungs- und Spezifikationsphase vorab – das sogenannte „Big Design Up-Front“ – festgelegt. Der Umfang der gesamten zu entwickelnden Lösung wird illustriert, beplant und abgestimmt. Hier stellte die Vergangenheit und der etablierte Projektleiter (von Realitäten gebeutelt) oft und im Laufe der Umsetzung fest, dass weder Zeit und/oder Budget ausreichen, um alles zu bewerkstelligen. Schlimmer noch: Nach der Planung, die durchaus ihre Zeit verschlingt, erkennt er, dass das Projektteam an den Bedürfnissen des Kunden oder Marktes vorbei gearbeitet hat. Das ist Plan-Wirtschaft und neben Innovation. Daneben.

… meets VUKA

Gerade in den letzten Jahren, in denen aktuelle VUKA-Einflüsse (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) sehr deutlich einwirken, entsteht als Folge des „Plan Driven Development“: Stress, Unzufriedenheit und mangelnde Wirtschaftlichkeit.

Die Umkehr des konventionellen Projektmanagements

Die derzeit bekannten agilen Methoden kehren das konventionelle Projektmanagement um und realisierbare Funktionen oder Features rücken in den planbaren Vordergrund.

Lernen IM Projekt

Der agile Ansatz definiert im Start Zeit und verfügbares Budget als feste Größen. Von dieser Basis aus wird über Qualität geschaut und gemeinsam mit dem Kunden wird definiert, welche Wünsche, Features oder Ergebnisse sich innerhalb dieses Rahmens realisieren lassen. Das nennt man „Vision Driven Development“. Die Vorteile dieses Ansatzes sind eindeutig: Der Auftraggeber / Kunde kann von Anfang an mitbestimmen und die einzelnen (Teil-) Produkte von Iteration zur nächste Iteration beeinflussen (= Scope-Management). Änderungen oder neue Details folgen nur dann, wenn diese passen und notwendig sind. Das Team hat Lerneffekte, dies es aus vorherigen Zyklen unmittelbar für die folgende Schritte nutzt. Die Produktion erfolgt sehr gleichmässig in kurzen, planbaren Schritten mit einer hohen Transparenz. Der Projektfortschritt ist klarer, denn bei Umfang und der Qualität der Lösung wächst das Ergebnis mit jeder Iteration. Das hilft sowohl dem Entwickler-Team als auch dem Kunden sichtbar. Auch, weil regelmäßige Retrospektiven zu einer besseren Stimmung und einem besseren Fokus im Team führen – sofern die Retrospektiven gut und zielführend MIT Sinn abgehalten werden. (Leider oft gesehen – als Gegenstück: ‚Jammerveranstaltungen‘, ohne Bezug auf Produkte und Lösungen.)

Und was wo einsetzen?

Prinzipiell (und auch generell) schon – speziell dann nicht (mehr). Warum: Nicht alles, was in der Vergangenheit, auch im Management entwickelt wurde, ist per se heute out. Die Kunst liegt darin, das Gute und Nützliche zu finden und (ggfls.) Teile daraus erst zu extrahieren und dann in die Jetztzeit und die Zukunft zu transformieren. Zu dem Part „speziell“ ist deutlich zu sagen: Ja, aber, wenn die (böse) Umwelt (hier können Sie einsetzen, Mitbewerber, schöner Marktbegleiter, die Konkurrenz) oder gleich der ganze Markt sich nicht geändert hätten. In meiner Welt: Unfug! Etliche Bereiche der Märkte haben sich zum Teil disruptiv geändert und weiter entwickelt. Sehen Sie bitte mal kurz in die Geschichte der Evolution: Keine Evolution hat immer einen ‚reinigenden‘ Effekt gehabt. Im Sinne von ‚entfernen‘

Kein BIG-Picture ohne die Teile – dafür

Die Frage ist nicht mehr, ob ich agile Methoden einführe, sondern nur noch wann und welche. Im obigen Bild wird aus den Puzzleteilen, richtig zusammen gesetzt, ein großes Ganzes.

Wird es dabei knirschen? JA – noch ein Blick in die Geschichte. Nehmen Sie das Bild und ersetzen die Bundesländer durch unsere Kontinen(-te)(-talplatten) der Erde. Waren diese schon immer da (an ihrem Platz), wie uns Globenabbildungen zeigen? Und: Entstanden Gebirge leise und unauffällig?


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