Die agile ENT-Täuschung, was wir alles tun, um uns agile zu "behumsen", über Täuschung, Agile "GTI", Stabilität, Führung, Kultur und Management by Happiness

Was wir alles tun, um uns agile zu „behumsen“

„Wer sich heute im Business keine Zeit für den agilen Wandel nimmt, wird später viel Geld für echt kostspielige Reparaturen ausgeben (müssen)“. Das ist eine erlebte Wahrheit – es muss nicht Ihre sein. Bisher, oft gesehen und auch recherchiert, wurde ‘Agile’ in einem Atemzug verbunden mit: Erfolgreicher sein. Schneller sein. USPs herstellen. KPIs erhöhen. Der Konkurrenz den entscheidenden Schritt voraus sein. Das sind die üblichen Verdächtigen der vorgeschobenen Motivation, die Klassiker-Buzz-Sätze für die Führungsrunden. Ein Unternehmen damit agil zu machen – da habe ich meine berechtigten Zweifel. Warum? Das sind alles nur Folgen – von etwas, auf dem Weg dorthin – und da passiert so einiges – falsch.

Firmen machen mit dieser Attitüde einen – und real betrachtet – gleich mehrere Fehler. In diesem Artikel geht es um agile ENT-Täuschung (hinterher), was wir alles tun, um uns agile zu „behumsen“ (dafür), über Agile „GTI“ mit seinen 3 Pedalen, um (damit) Gas zu geben und sinnvolle Stabilitäten, die realistische Führung, ehrliche Kultur und Management by Happiness (mit dem weswegen) bewirken können. Ich komme auch nicht herum, Happiness zu hinterfragen: Die Komforzone ist schuld.

Bleiben wir mal ganz stringent bei den Bild: Wir sehen: oben ein Licht, ein Gebilde (könnte einen Leuchtturm sein) einen Weg / Steg und ein paar Reflektionen (Wasser? Könnte auch eine glitzernde Plastikfolie sein …). Fehlt das was? Oder ist das alles?

Wo, wie und warum getäuscht wird

Errasse humanum est (et confiteri errorem prudentis). Sich geirrt haben ist menschlich (und einen Irrtum einzugestehen, ein Kennzeichen eines Klugen). Im eigentlichen Original: “Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum.“ (Hieronymus; Seneca, Epistulae morales VI,57,12; Cicero, Orationes Philippicae 12,2) – wobei die Schreibweise (vermutet) unklar ist – heisst aber in leserlich: „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“

Und so kommen wir zu einem Ur-Thema, dass sich durch die ganze Agilität zieht. Vertrauen – auf Irrtümern? Dieser Block ist einfach ganz einfach – und höllisch kompliziert. Nochmal zurück zum Bild: Wir vertrauen darauf, einen Mond in der Nacht über einem Leuchtfeuer an einer Küste mit ruhiger Dünung zu sehen. Das wir das so sehen sollen, wird erwartet …

Prinzipiell heißt es: Vertrauen aufbauen ist, dass die Aussagen und Handlungen einer anderen Person für jemanden als glaubwürdig und wahrheitsgemäß empfunden werden. Von einer Person, der man vertraut, nimmt man beispielsweise einen Rat an und glaubt an ihre Fähigkeiten. Gegenseitiges Vertrauen heißt, dass eine andere Person auch Sie so einschätzt. Und Vertrauen heißt: Nicht kontrollieren zu müssen; frei von Angst zu sein. Oops: Angst, da schrieb ich schon drüber. Und Glauben (= Einbildung?) – was in dem obigen Versuch einer Definition 2x vorkommt.

Vertrauen (in Anspruch) nehmen

Denn wer anderen sein Vertrauen schenkt, macht sich selbst verletzlich und, wohlmöglich eine Realität, kann er verraten, belogen oder betrogen werden. Vertrauen ist wissenschaftlich und auch in der Agilität schwer zu fassen (mir ist noch keine KPI dafür bekannt). Es durchzieht gleichwohl unser gesamtes soziales Miteinander und: Ohne Vertrauen wäre unsere Evolution, so in der bisher niedergeschriebenen Geschichte, nicht möglich gewesen. Im Vertrauen stecken immer Emotionen (wie Hoffnung) drin, weil wir stets und permanent versuchen, dieses „Vertrauen“ zu gewinnen und auf der anderen Seite es nicht zu „verlieren“ oder zu brechen. So gesehen ist es ein Schatz, der schützenwürdig ist. Vertrauen führt Menschen zusammen – und birgt das Potential, sich schneller zu entzweien, als einem lieb ist.

Der Vertrauende gibt, ob es ihm gefällt oder nicht, Kontrolle ab. Er kann nur annehmen (schon wieder Glaube), dass alles in seinem Sinne geschieht. Vertrauen ist also ein riskantes Gefühl (siehe weiter unten). Der Gegenpart von Vertrauen ist die Angst. Denn auch die kann sich entfalten, wenn wir nicht die volle Kontrolle haben, also Kontrollverlust. Und schon spielt die (Verlust-) Angst wieder mit – ein vermuteter Teufelskreis. (Siehe Impediments)

Das Vertrauen wird also stärker, je weniger Angst wir haben. Also ist FÜR mehr Vertrauen WENIGER Angst notwendig – nur bis zu einem gewissen Punkt. In Studien wurde mithilfe von Hirnscannern gezeigt: Menschen, die so gut wie keine Angst spüren, also psychopathisch veranlagt sind, können auch kein Vertrauen fassen. Es ist also somit in der Umkehr ein Minimum an Angst notwendig, um überhaupt Vertrauen zu suchen. Sie ist bei Menschen der Antrieb dafür, sich zu öffnen – solange sie nicht überhand nimmt.

Und wie kann dann Vertrauen gewonnen werden? Indem (genau wie hier) die Erwartungen erfüllt werden, die der vertrauenssuchende Mensch gestellt hat. Mit Disziplin, Konsequenz und Sicherheit. 1x? 2x? Oder 5x? Hier die ENT-Täuschung: Das reicht nicht. In der Regel öfter über einen Zeitraum von mehr als einem Monat. So lange, bis eben die Angst der möglichen Täuschung abgebaut (also ENT-täuscht) und ein Vertrauen aufgebaut wurde. Wie und was da genau im Kopf passiert, ist noch unklar, aber das es so ist, wurde mit bildgebender Technik dargestellt, überprüft und validiert.

Agil vertraut mit stabil gebaut

Im gesamten Komplex der Agilität wird immer wieder auf Vertrauen und die einhergehenden Massnahmen referenziert und darauf reflektiert. In meiner Welt ist das Ausblenden oder Ignorieren dieser Massnahmen ein Grundübel im Fundament (siehe weiter unten), auf dem kein Vertrauen entstehen kann, wenn Angst nicht wirksam beseitigt wird. So ist meine Definition von Vertauen entstanden: „Vertrauen ist rückwirkend bestätigtes Wunschdenken, in die Zukunft halluziniert. Halluzinationen sind Visionen sind Einbildung (Glaube?). Somit ist Vertrauen eine Einbildung. Ein Einbildung muss durch >= 2 Personen (mittelbar) ‘comitted’ werden, um vorläufig gültig zu werden. (Retrospektiv: Quod erat demonstrandum). Bleibt das committment und/oder der Beweis aus, bleibt Wunschdenken (die Halluzination) übrig.” Ganz schön ENT-täuschend, und …

Herzlich willkommen auf dem Boden der Tatsachen. Nach einer kurzen Pause geht es gnadenlos weiter … mit ENT-Täuschung.

Agile „GTI“ ist noch schneller – vor die Wand:

GTI: mit ‚Gier‘, ‚Täuschung‘ und ‚Ignoranz‘ – die direkte Kraft auf das Gaspedal. Die Agilität ist an sich eine tolle Sache, aber irgendwie tot. Der “schnelle” Weg ist flankiert durch verlockende Abkürzungen, die alle einen vermeintlich sicheren Erfolg versprechen. Nur ein scherzhafter Vergleich: „Es ist die dunkle Seite der Macht …“ Das ist schon die zweite Täuschung – das mit den Abkürzungen. Damit stirbt sie ganz einfach: Erst mit Wunschdenken, dann mit irritierter Interpretation aus dem Wunschdenken und schlussendlich mit abgeleiteter Ignoranz. Auf jeden Fall mit Glorie.

Eine notwendige Voraussetzung

Es reichte nicht, Agil zu postulieren. Auch nicht, agile Methoden zu schulen. Nach einer Schulung wissen die Geschulten, wie es mechanisch mit den Methoden geht, mehr nicht. Agilität im Verhalten gibt es nicht auf Rezept wie Pillen. Noch ein Bild: Sie haben Bluthochdruck – nicht gut, weil sich z.B. Agile “GTI” bewahrheitet hat. Sie nehmen Pillen (also Drogen). Wann möchte der Arzt Sie wiedersehen? Nächste Woche oder erst nächsten Monat?
Eine Basis Voraussetzung fehlt fast immer. Es ist der Wille, zu lernen und zu akzeptieren. Das braucht Zeit. Daran krankt jede Transformation. Meine Erkenntnis: „Lernen wird nur derjenige, der positiven Nutzen daraus zieht.“ Findet diese Basiserkenntnis nicht statt, im Kopf eines jeden einzelnen, ist jeder agile Versuch sinnlos, der von Gier, Täuschung, und Ignoranz getrieben wird. Der menschliche Wille ist der stärkste Antrieb und gleichzeitig heftigste Bremser, Dinge zu tun oder zu unterlassen (siehe weiter unten).

Im einzelnen:

  • Die Gier, etwas zu bekommen oder zu behalten.
  • Die ENT-Täuschung im Handeln, die Dinge vorgaukeln (=behumsen).
  • Die Ignoranz, den Stillstand aufgrund Zynismus und Resignation zu erkennen.

„Lernen wird nur derjenige, der einen positiven Nutzen daraus zieht.“

fällt durch bequemes UM-Deuten – um

Hier kommt ein Wort ins Spiel, auf das ich weiter unten noch genauer eingehe. Bequemlichkeit. Hier die Komfortzone. Bleiben wir aber erst mal hier beim Thema.


1 Kommentar
  1. […] um (damit) Gas zu geben und sinnvolle Stabilitäten, die realistische Führung, ehrliche Kultur und Management by Happiness(mit dem weswegen) bewirken können. Ich komme auch nicht […]

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