it's OK to say NO, - a Priori (un-) mögliches mit Konsequenz und der Spalt zwischen Mi-NO-rität, Majorität und Priorität

Adels-Klasse: der K.I.E. Prozess®

Erkenntnis ist eine späte Frucht der Lösung

Projekte, Verhandlungen, ja sogar ganze Changes sind Priorisierungen unterworfen und teilweise nur aufwändig zu gestalten. Sie beinhalten Phasen sowohl der kooperativen als auch der konfrontativen Austragung und das ist normal. Sobald sich die Beteiligten auf unterschiedlichen Ebenen befinden, entstehen Konflikte, Reibungsverluste und Wiederstand. Oft hervorgerufen durch Befindlichkeiten und diese basieren sehr oft auf Emotionen. Ein zufriedenstellendes Ergebnis, insbesondere, wenn die Fronten verhärtet sind, kommt nicht zustande. Zu den generellen Impediments später mehr.

Etwas zu gestalten oder aufzubauen, ist vielfach aufwändiger als etwas zu verhindern oder zu zerstören. Gerade das Erschaffen bedeutet (eigene) Denkleistung, Bewegung und mentale Flexibilität. Hier drin steckt wieder mal das Gesetz der Trägheit der Masse, das nicht nur in der Phsyik, sondern auch in Veränderungsprozessen seine bewiesene Gültigkeit (im Kopf) hat. Dazu kommt, dass eine konfrontative Situation deutlich mehr Achtsamkeit erfordert als eine kooperative Situation. Warum? In der kooperativen Situation ist bereits ein gewisses (emotionales) Agreement erfolgt, ein Basisverständnis bildet ein erstes Fundament. Die Möglichkeiten und Freiheiten, die sich im kooperativen Raum entwickeln können, sind vielfältig und erlauben oft ungeahnte, weitere Lösungsfacetten.

Es ist also wichtig, zu erkennen, in welcher Situation man sich selbst gerade und mit den Beteiligten befindet, um das eigene Verhalten darauf anzupassen. Das ist eine kritische, aber handhabbare Situation, die genau und analytisch hinterfragt werden sollte. Wenn sich Vorgehen und Maßnahmen an der aktuell vorherrschenden Haltung aller Beteiligten – kooperativ oder konfrontativ – orientieren, besteht eine gute Chance auf Erfolg. Es hilft: Ein sauberes Priorisieren.

„Erkenntnis verpflichtet.“ Gerade bei der Priorisierung, wenn Befindlichkeiten in Entscheidungen reinreden und vorherrschen wollen, weil Emotionen „mitmischen“. Auflösung: Die Menschen haben evolutorisch bedingt zwei unterschiedliche Entscheidungssysteme. Das Kognitions- und das Emotionssystem. Das Ergebnis beider Systeme ist die Intuition. System K. und System E. arbeiten parallel, weitgehend autonom und kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, auf Basis unterschiedlicher Gedächtnissysteme zu unterschiedlichen Entscheidungen. Gleichzeitig interagieren die beiden Systeme, wodurch sie eher wie ein monolithisches System, also aufbauend integriert, als „Intuiton“ erscheinen.
Im emotionalen Erfahrungsgedächtnis ist das handlungsorientierte und das Expertenwissen repräsentiert. Die Ratio kommt mehr aus der Kognition, also der Wahrnehmung, und legitimiert, auch fehlerbehaftet und auch bei schnellen Priorisierungen, die Intuition – im Nachgang. Somit ist klar: Wenn Entscheidungen nicht einfach sind und sicheres priorisieren auf guten Entscheidungen basiert, dann ist gut beraten, wer über diesen Ansatz die Entscheidungswege für eine Priorisierung standardisiert und dabei Emotionen entkoppelt.

Das K-i-E Konzept vereint die aktuellen Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, der Gehirnarchitektur, der Emotionsforschung, Psychologie, Philosophie, Kognitionswissenschaft und der Entscheidungstheorie. Dabei, und das ist das wertvolle, werden verdeckte, subjektive Emotionen objektiv hinterfragt, um eine Gewichtung in die eine oder andere Richtung zu begründen. Dem gegenüber wird die geschäftsrelevante Frage, die entschieden und somit priorisiert werden soll (z.B. nach einem ‚Item‘ (Vorhaben) mit den 7 W) gestellt – die emotionale Irritation offenbart sich von selbst und wird demaskiert.

Priorisierung mit der K-i-E® Skala

Gemeinsam getragene Auswahl und Reihenfolge von Maßnahmen

Mit dem K-i-E Priorisierungsprozess wird (eine) die Kernfrage, ob ein ‚Item‘ (Vorhaben) gestartet, geparkt oder verworfen wird, gemeinsam gelöst. Das Ziel der Priorisierung ist es, eine gemeinsam getragene Auswahl von Anforderungen in einem gegebenen Zeitrahmen zu finden. Welche Aufgaben werden mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen in einer gegebenen Zeit angepackt und bearbeitet? Der Vorteil ist, dass Themen beliebiger Art in einer gemeinsam getragenen Priorisierung (Achtung: Ein Prozess, der ein Meeting erfordert) in eine Reihenfolge gebracht.

Die K-i-E® Skala ist ein Standard- (Priorisierungs-) Prozess, der unterschiedliche Bereiche zusammenbringt und vielfältige Themen von der Unternehmensentwicklung, den Business-Anforderungen und Prozessverbesserungen bis hin zu Tickets in der agilen Entwicklung gewichtet und ordnet. Als Kriterium werden Wichtigkeit und Dringlichkeit bewertet und in eine Ordnung gebracht. Die Entscheidungen selbst werden bereichsübergreifend in einem definierten Team von Verantwortlichen (im Idealfall eine ungerade Anzahl) gefällt. Dabei muss der Widerspruch zwischen fachlichen Interessen, technischen Anforderungen und den Bedürfnissen des Gesamtunternehmens zusammengebracht, minimiert und (nötigenfalls) kommuniziert werden.

Aus dem K.i.E. Prozess der Priorisierung

Der Vorteil dieser Skala ist, die je nach der Güte der Kernfrage(n) – bitte immer nur eine pro Durchlauf – nahezu universell in fast allen Bereichen des Business (somit auch der Entwicklung) eingesetzt werden kann, die Neutralität der gelieferten Entscheidungen. Diese sind, gerade weil Sie mit einem standardisierten Durchlauf besprochen und entschieden wurden, im Nachhinein nicht mehr diskutabel oder anfechtbar. Was zu besprechen und zu bewerten war, wurde vorher besprochen und bewertet. Übrig bleibt eine binäre Antwort (Plus +1), die von möglichen, nicht vorhersehbaren Irritationen, sauber und emotionslos bereinigt wurde. Es entsteht damit eine Verbindlichkeit, Klarheit und Wertschätzung, die der Atmosphäre der Beziehung und der Zielerreichung dient.

Die K-i-E Skala, präziser die K-i-E Skala-Bewertung, besteht aus drei Bestandteilen: der Leitfrage, dem K-i-E Skala-Typ und den Bewertungsbereichen. Der K-i-E Skalen-Typ gibt die Antwortstruktur vor. Die fehlende Mitte forciert Entscheidungen und verhindert ein Unentschieden, eine Nicht-Entscheidung, ein Vermeiden oder Ausweichen. Gleichzeitig ermöglicht sie den Abruf der Intuition, basierend auf dem Erfahrungswissen. Dieses ist handlungs-, lebens- und überlebensorientiert und fordert immer eine klare Entscheidung. Die Intuition würde auf einer Skala mit einer Mitte, die bei einer ungeraden Zahlenmenge gegeben wäre, nicht reagieren.

Dieser unbestreitbar und wissenschaftlich nachgewiese Effekt der Verlustaversion belegt: Wir vermeiden eher das Risiko, als dass wir Chancen suchen. Untersuchungen gehen so ca. von einem Faktor 3:1 für Chancen aus. Das gilt natürlich nicht für jeden Menschen und nicht für jede Situation. Für eine universelle und normierte Skala ist dies jedoch zu berücksichtigen und für die individuelle Situation entsprechend in der K-i-E Skala anzupassen. Die Intuition würde bei einer symmetrischen Skala verzerrt werden und unscharf reagieren, da im Emotionssystem die Verlustaversion repräsentiert ist. Dem Leben und dem Business genügen keinen linearen und auch keinen symmetrischen Prozesse. Nur weil Statistikprogramme mit linearen symmetrischen Skalen besser funktionieren, sollten asymmetrische Prozesse nicht in symmetrischen Skalen abgebildet und dadurch verzerrt werden. Das wird mit der K-i-E® Skala, präziser die K-i-E® Skala-Bewertung, deutlich begrenzt.

Aus dem K.i.E. Prozess: Zustimmungsgewichtung

In jeder Kommunikation gibt es den Defekt des tradierten Rollenverständnis, sei es faktisch oder über Macht behauptet. Dazu gehören Dienstleister / Kunde oder Chef / Mitarbeiter, mit gefühlter oder realer ‚Hack-‚ Ordnung. Diese fehlende Augenhöhe (leider immer noch zu ca. 80% Realität) kann und wird im Rahmen einer freien Diskussion zur Priorisierung zur Hemmschwelle. Eine effektive Feedback-Schleife mit Wertschätzung und Achtung wird erschwert. Das ursprünglich gemeinsame Interesse an hohem Alignement für Effizent und auch Effektivität (siehe weiter oben) geht verloren.

Aus dem K.i.E. Prozess: Zustimmungswerte

Der Einsatz der K-i-E Skala bewirkt, dass nicht die Redefertigkeit oder der Status der Personen entscheiden, sondern rein die Fachlichkeit im Inhalt. Die K-i-E Skala stellt auf diese Weise Chancengleichheit her und sorgt für bestmögliche Lösungen. Der wirklichen Nutzen entfaltet sich, wenn sie als normierte Skala im Team, nach einer Phase des Übens (siehe Shu-Ha-Ri) regelmässig Verwendung findet. Entscheidungsprozesse werden um Faktoren kürzer und gleichzeitig steigen die Qualität, Sicherheit, Tragfähigkeit, Transparenz, Beteiligung und Nachhaltigkeit von Entscheidungen. Der Entscheidungsprozess selbst, auch und gerade bei Priorisierungen, wird leichter, freudiger, kreativer und sicher.

mein subjektiv vorläufiges Fazit

Selbst auf der Suche nach einem funktionierenden, grösstmöglich analytisch ablaufenden Priorisierungsvorgang bin ich bei meinen Recherchen über http://richard-graf.de/kie-konzept/ gestolpert. Ich erahne und vermute hier ein Potential, das das Thema Priorisierung mindestens vereinfachen kann. Herr Richard Graf hat dazu hier auch einen interessanten Beitrag geschrieben. Meine persönliche Wertschätzung richtet sich auf diesen Artikel und die gesamtwissenschaftliche Historie (soweit ich das überblicken kann), die der Autor, Herr Richard Graf, dem ich für meinen persönlichen Erkenntnisgewinn danke, plakatiert hat.

Viele Defekte in der Agilität habe (musste) ich sehen, weil es an fundiertem Wissen, nicht nur Prozess-Wissen, fehlt.


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