it's OK to say NO, - a Priori (un-) mögliches mit Konsequenz und der Spalt zwischen Mi-NO-rität, Majorität und Priorität

(K)eine Kunst: Fokussieren (IM Sub-Set)

Eine der Kernaufgaben von Produktmanagern ist das Priorisieren von Arbeitspaketen für das Entwicklungsteam. Hier gehe ich nicht näher darauf ein – wer lesen und recherchieren kann, ist im Vorteil. Doch jetzt kommt das komisch anmutende „Aber“, basierend auf Erfahrung und Beobachtung: Oft wird nur anhand des eigenen Bauchgefühls oder das des mächtigsten Stakeholders entschieden, was gebaut werden soll und was nicht. Auf (kritische, nur neugierige) Nachfrage, derartiges zu checken, können POs und Produktmanager meist nicht genau sagen, anhand welcher Kriterien oder Regeln sie priorisieren. Ist das für primäre Ausrichtungen oder (übergeordnete) Ziele (die ich an anderer Stelle besprechen werde) sinnvoll …? Mehrfach gesehen, in Multi-Color und Laminierung: Tolle Ziele (oben), Ratlosigkeit (bis hektische Betriebsamkeit) unten. Dazwischen: ein Loch …

Diese mangelnde Transparenz führt ggf. zu Spannungen mit den Beteiligten oder mit den Stakeholdern. Wer effektive (schlanke) Priorisierungstechniken kennt, anwendet und auch transparent macht, sieht klar(er), trifft fundierte Entscheidungen zur Priorisierung und kann diese auch besser begründen. Randeffekt: Das Team entstresst sich, trifft bessere Entscheidungen zur Priorisierung UND kann diese auch („besser“ – ich hasse diese oberflächlichen, nichtssagenden Bewertungen – hier konkret: ) valider oder fundierter, begründen:

Hier ist mir ein systemischer Defekt, der gerne gemacht wird, aufgefallen. Ich bin davon überzeugt, dass schon an dieser Stelle der Unterschied zwischen effektiv und effizient zum Tragen kommt. Eine gute Prio-Technik sollte effektiv, Begründungen für Ergebnisse sollten effizent sein. Sie kennen den Unterschied – falls nicht, hier kurz (rechts bzw. unten) als Prinzip (nicht als Regel) aufgefrischt:

Die 7W Fragen zur Planung: Und: „Qui bono?“

Bei der Effektivität geht es darum, die Dinge zu tun, die Sie einem Ziel (nicht alle Ziele gleichzeitig) näher bringen. „Effektives Arbeiten“ bedeutet, nur die Maßnahmen zu ergreifen, die Sie auch wirklich im geforderten Kontext weiter bringen. (also: Die richtigen Dinge tun). Es geht um das WAS und WANN.

Bei der Effizienz geht es darum, Ihr Handeln (also das Tun innerhalb der Effektivität) so zu optimieren (aha: priorisieren), dass Sie das gewünschte Ziel auch möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichen. Hier ist es noch viel einfacher, vom rechten Weg abzukommen! Es geht um das WIE und WOMIT. Mit den falschen Antworten – war es das.

eigene Wahrnehmung im agilen Kontext

Konkret: Mit dieser Mechanik, sofern diese mit etwas Stringenz, aber agil genug, prozessiert wird, fällt es leichter, das NEIN zu einem jetzt gefordertem Feature zu erklären. Genau das ist das weiter oben genannte ENT-Stressen. Sie verschaffen sich mehr Freiheit. Denn eine Entscheidung, die valide und schlüssig begründet werden kann, reduziert Business-„Lärm“ auf ein Mindestmaß – das Team, die Entwickler werden zufriedener – und damit PROduktiver. Nachfragen nehmen so mit der Zeit automatisch ab.

Irgendwann wissen die Beteiligten: „Unser PO, der hat das drauf mit der Priorisierung. Der hat den Plan – und darin den Durchblick.“ (Nach intensiver Recherche passt m.E. „Warum sind Prios wichtig?” von R. Gibbert) Solange aber jeder (sei es unterschwellig, weil die Frage nach den innenliegenden „warum’s“ nicht beantwortet ist), denkt oder vermutet (also nicht bewiesen!), dass ein PO nach „Sonneneinfall“ und „Tank-Anzeige“ seine ‚Items‘ (Vorhaben) entscheidet, was wichtig ist, bleiben Entwickler und Stakeholder, gerade in den heutigen, sehr volantilen Zeiten, wachsam und die Nachfragen kommen nervend –  und erst recht regelmässig.

Eine Erkenntnis:

Die W-Fragen sind effektiv und hoffentlich effizent bekannt. Warum werden diese dann nur in 20-50% Prozent aller Fälle auch alle genutzt? Woran fehlt es? Stringenz? Konsequenz? Zeit? Eine ENT- Lastung (z.B. mehr Zeit) findet erst statt, wenn diese Dinge gemacht und nicht unterlassen werden, WEIL keine Zeit (Lust, whatever) ist. Das ist ein Zirkelschluss und: So wird das nix

Also gilt es, sich mit wenigen Priorisierungstechniken zu befassen, diese zumindest mal durchzuspielen und dann seinen eigenen Stil zu finden. Mit diesen Empfehlungen können Sie einfach mal starten. Wichtig ist weniger das Abarbeiten der einzelnen Empfehlungen, sondern genau zu bewerten, was diese genau IN und MIT Ihrem bisherigen Priorisierungsprozess macht. Wenn etwas nicht passt, hat der Untertitel dieses Beitrages „Mi-NO-rität, Majorität und Priorität“ in sich selbst funktioniert. Achten Sie auf das NO. (später mehr …)


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